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Kunstaktionen

#1 Probelauf auf dem hannoverschen Frühlingsfest

Beteiligte:
Laetitia Mazzotti (Idee)
Christoph Linder
Frank Olle

Versuchsanordnung:
Die Schauspieler Laetitia Mazzotti und Christoph Linder kleiden und schminken sich auffällig als Clowns und gehen, ausgestattet mit einem Portrait des anderen in eben dieser Kostümierung und einem kurzen Text, auf das Frühlingsfest. Sie starten am gleichen Punkt und gehen einmal im Kreis, sodass die Passanten, irgendwann beide gesehen haben müssen.

Sie haben einander verloren und nun suchen sie sich...

Reaktionen:

Hat er kein Handy?

Wie lange ist sie schon weg?

Geh doch zur Polizei.

Von welchem Theater sind Sie?

Ich habe meine Frau 40 Jahre lang gesucht – und ich hab sie gefunden! Man darf nicht aufgeben.

Der kommt bestimmt zurück. Vielleicht will er mal allein sein.

Ergebnis:
Es ist eine große Herausforderung , in der Interaktion mit den unwissenden Passanten, die Figur zu behaupten und es war sehr irritierend, dass die meisten Passanten uns nicht als „Kunstfiguren“ wahrnehmen konnten – trotz des auffälligen Kostüms/Maske.

Das Experiment ist aber dennoch gelungen – die Menschen lassen sich auf unsere Geschichte ein, fragen nach. Mal sind sie sehr ernst und erzählen aus ihrem eigenen Leben und von unglücklicher Liebe. Andere sind vor allem belustigt. Diese Art von Begegnungen wäre aus unserer Sicht in einem Theater nicht möglich. Da das „Mitmachen“ im Theater zu ausgestellt ist und so die meisten Menschen eine natürliche Scheu haben etwas von sich zu zeigen oder zu erzählen.

 

 

#2 Kurzfilm Frau Krähe

Beteiligte:
Laetitia Mazzotti (Idee+Skript)
Heiko Aufdermauer (Regie)

Versuchsanordnung:
Mazzotti befasst sich intensiv mit dem Thema „Verlust eines Kindes“ und schreibt dazu ein Drehbuch.
Der Dreh wird mit einem kleinen Team innerhalb von 2 Stunden in einer Tagesstätte für Menschen mit Behinderung realisiert.

Der Film dient als Recherchematerial für das noch zu findende Stück.

Wir untersuchen:
Das Schreiben von Dialogszenen. Den emotionalen Zustand einer Mutter, nachdem ihr Kind gestorben ist und befassen uns mit dem Thema Suizid.

Ergebnis:
Ein 2- minütiger Film. Teile des Textes (Die Geschichte der Frau Krähe) finden später Eingang in unser Stück camere teatrali.

 

#3 Kunst am Bau

Beteiligte:
Dorothea Hoffmann (Idee)

Versuchsanordnung:
Dorothea Hoffmann befasst sich mit der Sichtwerbung für unser Projekt camere teatrali und will herausfinden, ob es möglich ist, diesen Bereich mit bildender Kunst zu verbinden. U.a. verfolgt sie das Ziel den Aufführungsort, die Gerhard - Uhlhorn – Kirche, schon von außen als Gesamtkunstwerk erfahrbar zu machen.

Wir untersuchen:
Die Möglichkeiten einer freien Gruppe mit geringen finanziellen Mitteln sich im Stadtraum bemerkbar zu machen. Außerdem: Interessiert es die Leute? Bleiben sie stehen und schauen?

Ergebnis:
Auch dieses Experiment gelingt. Es entsteht eine Postkarte, Außenwerbung an der Kirche, eine Skulptur am Dach, eine veränderte Eingangssituation und ein ungewöhnlicher Wegweiser.

Die Reaktionen sind außerordentlich positiv, die Menschen fühlen sich sehr angesprochen, nicht nur die ZuschauerInnen, auch die Passanten kommen über das, was sie sehen, ins Gespräch.

 

#4 Klanginstallation

Beteiligte:
Thomas Haas (Idee),
Dorothea Hoffmann,
Laetitia Mazzotti

Versuchsanordnung:
Thomas Haas, Kostümbild – Student, präsentiert im Juli seine Bachelor – Arbeit und verbindet dies mit einer Klanginstallation. D.h. die ZuschauerInnen müssen vor der Präsentation durch mehrere Vorhänge gehen, die aus verschiedenen Alltagsgegenständen bestehen: Topfdeckel, Glasflaschen, Papierbögen, u.a.

Die dabei entstehenden Geräusche werden durch Mikrofone abgenommen und in den Präsentations -Raum übertragen.

Wir untersuchen:
Die am wenigsten aufdringliche Art, ZuschauerInnen zum Mitmachen einzuladen, ohne sie bloßzustellen.

Ergebnis:
Das Experiment gelingt. Die ZuschauerInnen sind überrascht, finden die Idee witzig und fühlen sich sogleich miteinbezogen.

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